Responsive image
Ludwig van Beethoven

Klavierkonzerte Nr. 3 und 4

Mitsuko Uchida, Concertgebouw-Orchester Amsterdam, Kurt Sanderling

Philips 446 082-2
(72 Min.) 1 CD

Schon wieder das dritte Beethoven-Konzert, denkt man beklommen, doch bereits die Orchesterexposition dieser Aufnahme fegt jegliche Unlust beiseite. Die liebevolle Präzision, mit der noch die kleinste Nebenstimme artikuliert wird, und der herrlich satte Klang bestechen sofort. Kurt Sanderling und das „Concertgebouw" zelebrieren eine Bedächtigkeit, die sich jeder dramatisierenden Verschleifung verweigert. Herrisch und versponnen zugleich beginnt Mitsuko Uchida: der Doppeloktav-Wucht folgt nicht nur ein atemberaubender Registerwechsel, sondern auch eine kleine, ihn pointiernde Stockung. Dieses Changieren zwischen kernigem Zupacken und den Momenten stillstehenden In-sich-Hineinlauschens machen Uchidas und Sanderlings Deutung zu einem Ausnahmeereignis.
Der Mitschnitt des G-Dur-Konzertes gerät eine Spur glatter, doch auch hier begegnet überaus gespannter Dialog zwischen Orchester und Solistin - fast beängstigend verzögert sie die gehauchte Antwort auf das barsche Orchesterunisono im „Andante con moto". So lernt man das Staunen über scheinbar Bekanntes wieder. Unbedingt empfehlenswert.

Matthias Kornemann, 31.03.1996



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Eruptiv wie ein Vulkan. So könnte man Pietro Mascagnis berühmten Einakter „Cavelleria rusticana“ beschreiben, den man üblicherweise als Operndoppel mit Ruggero Leoncavallos „Pagliacci“ geboten bekommt. Es ist ein Gegenentwurf zum Wagnerschen Musikdrama, der Cosima Wagner bloß „anwiderte“. Marek Janowski und das Orchester der Dresdner Philharmonie haben ihn nun im Singular eingespielt, auf CD wohlgemerkt, nicht auf DVD, es ist ihr erstes gemeinsames Projekt. Und genug Feuer, um […] mehr »


Top