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N° 1282
03. - 09.12.2022

nächste Aktualisierung
am 10.12.2022



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Musik aus dem Film "Space Cowboys"

Joshua Redman, Brad Mehldau

Malpaso/Warner Jazz
(47 Min.) 1 CD

Clint Eastwoods Anfänge in Spaghetti-Western von Sergio Leone und Reißern von Don Siegel hatten niemanden auf den grandiosen Regisseur und Charakterdarsteller vorbereitet, als der er sich in seiner zweiten Lebenshälfte erwies. Noch überraschender wirkte - weit über den dokumentarischen "Bird" hinaus - sein fortgesetzes Bekenntnis zum Jazz: Sein Debüt hieß "Play 'Misty' For Me" (nach dem Erroll-Garner-Standard); den Soundtrack zu "The Gauntlet" spielte Art Pepper ein, und die Songs aus "The Bridges Of Madison County" sorgten für ein neuerliches Interesse an Johnny Hartman und Dinah Washington.
Nur so erklärt sich, warum ich mir diese CD überhaupt angehört habe, obwohl ich Zusammenstellungen im allgemeinen, und Filmmusiken im besonderen, fast prinzipiell meide. Über Eastwoods erwiesene Sachkenntnis hinaus versprach die Musik zu "Space Cowboys" immerhin Originalbeiträge von einigen der besseren Jazzer unserer Tage. Die Handlung - eine Gruppe pensionierter NASA-Mitarbeiter wagt einen letzten Einsatz in einer Raumstation - legte die Wahl von Popsongs wie "Old Man", "Young At Heart" oder "Still Crazy After All These Years" nahe.
Selbst in gesungener und mit Streichern geschönter Form verbreiten die Interpretationen ein dezentes Jazzfeeling; Joshua Redman und Brad Mehldau machen neben den erstrangigen Country-Interpreten Willie Nelson, Chad Brock und der jungen Mandy Barnett eine erstaunlich entspannte Figur. Liegt es vielleicht daran, dass beide sich schon früher als Interpreten von Vorlagen aus Rock und Pop verdient machten? So funktioniert diese unverhoffte Begegnung zwischen weißer Country- und schwarzer Jazz-Tradition völlig unverkrampft.
Den krönenden Abschluss bildet ein echter "Oldie": Sinatras "Fly Me To The Moon" (mit dem Basie-Orchester) ist zugleich der einzige Song, der im Text auf den Ort der Handlung anspielt.

Mátyás Kiss, 02.11.2000



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