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Antonio Faraò

Enja/Soulfood ENJ-9430 2
(50 Min., 10/2001) 1 CD

Von Gary Burton ist die Aussage überliefert, Jazz sei eine Musik, in der Virtuosität eine große Rolle spiele. Der Pianist Antonio Faraò, Laureat des Mailänder Giuseppe-Verdi-Konservatoriums, ist mit seiner stupenden Technik ein Musiker, der diesen Aspekt des Jazz bestens bedient. Fest verwurzelt in der klassischen Moderne hat er eine Vorliebe für die kraftvollen Klänge eines McCoy Tyner und die vitale Geläufigkeit seiner Nachfolger.
Auf dieser CD, seiner dritten für Enja, spielt er auf acht von neun Titeln Originals, die sublime Vehikel für seine überschäumenden Erkundungen sind. Faraòs Klavier ist Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. Seinen Mitspielern Ed Howard am Bass und Gene Jackson am Schlagzeug kommt die Rolle der allpräsenten Begleiter zu. Interaktion dagegen, wie sie einst so großartig das Bill-Evans-Trio durchgesetzt hat, wird klein geschrieben. Und so verändert auch die auf fünf Titeln um den Perkussionisten Pibo Marquez erweiterte Besetzung den Grundcharakter der Musik nicht. Die kraftvoll fetten Beats geraten noch intensiver, die Ausrichtung auf die lustvolle Pianistik wird so noch eindringlicher fokussiert.
Antonio Faraò ist außer Frage ein großartiger Musiker, und wie er vital mit dem Erbe der klassisch modernen virtuosen Klaviertradition umgeht, hebt ihn aus der Masse der allseits präsenten und abgefeierten jungen Klavierlöwen heraus. Und wer schwindelerregende und mitunter auch deftig zupackende allbeherrschende Pianistik mag, der findet hier einen kleinen Schatz.

Thomas Fitterling, 13.06.2002



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