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Pyramid

Lew Tabackin, Netherlands Metropole Orkest

Koch Jazz 3-6917-2
(55 Min., 1988 - 1994) 1 CD

Lew Tabackin fühlt sich mit einem großen Orchesterapparat im Rücken hörbar wohl. Diese Spielsituation ist ihm besonders aus der Zeit, in der er mit seiner Frau Toshiko Akiyoshi eine renommierte Big Band leitete, noch vertraut. Das auch sonst mit namhaften Gastsolisten nicht geizende Netherlands Metropole Orchestra unter seinem Arrangeur und Leiter Rob Pronk verfügt aber noch zusätzlich über eine üppige Streichersektion, im Jazz bekanntlich Chance und Risiko in einem: Romantische Anleihen können sich leicht in schwülstige Film- oder Kaufhausmusik verwandeln.
„Yesterdays“ hier beginnt dagegen fast statisch, nur mit den vibratoarm geführten Streichern, um dann in eine quicklebendig à la Dolphy vorgetragene Flötenballade überzugehen – so funktioniert das verblüffend gut. Trotzdem setzt sich die Aura der großen Tanzorchester der Jahrhundertmitte (Artie Shaw zum Beispiel beschäftigte ebenfalls eine „String Section“) immer wieder durch. Das nostalgische Flair können auch bewegtere Tempi, bei denen Tabackin zum wendig geblasenen Tenorsaxofon greift, nicht beeinträchtigen, zumal sich das gut gewählte Repertoire am Ellington-Songbook orientiert.

Mátyás Kiss, 31.03.1999



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