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Byron, Get One Free

Byron Stripling

Nagel-Heyer 2016
(60 Min., 12/2000) 1 CD

In Frankreich gibt es für die Musik dieser CD die schöne Bezeichnung „Middle Jazz“. Die Musik des Trompeters Byron Stripling kommt geradewegs aus der Swing-Tradition eines Count Basie und verbindet sie, ohne diese Tradition zu verleugnen, mit den Errungenschaften des Bebop. Mit dem Ex-Basie-Tenorsaxofonisten Frank Wess hat er auf der Hälfte der zehn Titel einen legendären Vertreter dieser modernen Swing-Tradition zur Seite, und Striplings langjähriger Partner an der Posaune, Wycliff Gordon, ist mit allen Wassern growlender Effekte und boppender Geschmeidigkeit gewaschen.
Byron Stripling selbst kommt geradewegs von Louis Armstrong über Roy Eldridge und Harry Edison zu seinem gemäßigten Modernismus. Mäßigung selbst ist allerdings keine Qualität, die dieser Musik eignet. Unbändiger Spielwille und überschäumende Spielfreude bestimmen sie vielmehr. Stripling ist ein hinreißender Virtuose, an dem Wynton Marsalis in seinem Lincoln Center Jazz Orchestra seine helle Freude haben dürfte.
Auch als Sänger, sowohl als Crooner als auch als Blues Shouter, macht er eine gute Figur – nicht ohne Grund war er der Star des Broadway Musicals „Satchmo“. Auf dieser CD in Quintett- bzw. Sextett-Besetzung bleibt denn im guten alten Jazzsinne kein Auge trocken.Vom Swing-Klassiker „Indiana“ über „Gee Baby, Ain’t I Good To You“ spannt sich der Bogen zu den Dizzy-Gillespie-Standards „Con Alma“ und „Woody ’N’ You“.

Thomas Fitterling, 15.11.2001



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