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Invitation

Steve Reid-Trio

C. P. Records CPR 11501
(64 Min., 5/2001) 1 CD

Sollte es demnächst Mode werden, dass sich Schlagzeuger zum Namensgeber eines Klaviertrios aufs(ch)wingen? Nach Billy Cobham nun also Steve Reid, der nicht nur älteste und erfahrenste, sondern wohl auch bekannteste dieser international zusammengesetzten Combo. Kommt der bald sechzigjährige Drummer aus den USA, ist der Bassist Chris Lachotta unter anderem in der Münchner Szene zuhause. Als mit Abstand jüngster im Bunde ist der 1977 geborene St. Petersburger Pianist Boris Netsvetaev mit dabei - schon wegen seines zungenbrecherischen Namens schied der als Leader aus.
Als gemeinsamen Nenner haben sich die drei für zehn zumeist moderne, also von Nachkriegsjazzern geschriebene Standards entschieden, ein Kompromiss zwischen dem Uralten und der Musik, die Reid am stärksten prägte: die John Coltranes. Durch die Virtuosenpranke Netsvetaevs kommt durchaus ein Tyner-Touch in die Musik, die durch Reids musikalische Autorität zusammengehalten und vorangetrieben wird.
Auch wenn die Trommelmusik, die Reid in Afrika studierte, sich eher subtil in seinen Jazzrhythmen niederschlägt, so kommt die Gleichberechtigung des Rhythmischen doch der Selbstverständlichkeit seiner Führerschaft zugute. Schade nur, dass sich (zumindest hier) keiner der drei an eigene Stücke traut, denn die Gruppe jazzt über weite Strecken mitreißend.

Mátyás Kiss, 23.05.2002



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