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Heart Of Hearts

Rick Margitza

Palmetto/SMD 7 53957 20582 9
(61 Min., 11/1999) 1 CD

Bei Quartettalben von Tenoristen kann ich kaum umhin, an das klassische Coltrane-Quartett zu denken. Aber Margitza stößt uns ja geradezu mit der Nase auf den Schutzheiligen seines Instruments: "Father John" nennt er einen an den Sound und den Kompositionsstil Coltranes angelehnten Titel, und nachdem Joey Calderazzo den McCoy Tyner gegeben hat, serviert Margitza in unbeirrter Naivität einen Chorus nach dem anderen - als könnte er Coltrane auf massentauglich trimmen, indem er dessen verzehrendes geistiges Feuer auf ein zahmes Duftlämpchen reduziert.
Bekanntlich war auch Coltrane kein Mann epigrammatischer Kürze, aber er hatte in aller Regel eine Menge mitzuteilen. Bei Margitza verhält es sich eher umgekehrt: "Schrecklich viele Töne, Herr Mozart ... pardon: Margitza", aber wenig dahinter. Der Mann hat ein Problem: Es ist wie in Woody Allens scheinbar ernstem "Innenleben", wo die Tochter des Hauses darüber klagt, sie wolle sich unbedingt literarisch äußern, wisse aber leider nichts zu sagen.
Ich spreche auch Margitza ein Ausdrucksbedürfnis nicht ab, auch das nötige Handwerk und einen angenehmen Ton hat er sich zugelegt, und die Rhythmusgruppe ist sowieso ohne Fehl. Nur leider wurde mir gerade bei längerem Hören nicht plausibel, weshalb Margitza um jeden Preis Jazzer werden musste.

Mátyás Kiss, 19.10.2000



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