Responsive image

Points Of View

Dave Holland

ECM/Universal Jazz 557 020-2
(71 Min., 9/1997) 1 CD

Schon mit dem Quartett-Album “Dream Of The Elders” schuf Dave Holland mit seiner transparent agierenden working band ein poetisches Opus, nicht zuletzt dank Steve Nelson, dessen filigranes Vibrafon die Kollegen frei atmen ließ. Als idealer Konterpart für den sensiblen englischen “Tieftöner” wirkt der einfallsreiche Nelson mit seinen zart gewirkten, schattierungsreichen Klanggeweben auch auf “Points Of View”, einem Album, das sogar im sanften Glanz einer noch lichteren, lyrischen Gestimmtheit erstrahlt.
Mit dem Posaunisten Robin Eubanks, dem Saxofonisten Steve Wilson und dem Drummer Billy Kilson, allesamt Klangsensibilisten, entstand ein facettenreiches Album, bei dem sowohl eine Verbeugung vor Hollands einstigem Vorbild Ray Brown sowie vor seinem Spielgefährten Herbie Hancock, eine leicht orientalisierende Beduinen-Impression und lateinamerikanisches Kolorit ihren Platz finden. Für ruhevolles Entfalten lässt man sich Zeit, für Zwischentöne Raum, und nichts wird uns mit überfallhaftem Imponiergehabe aufgedrängt. Hollands Musik ist reif und getrost.

Marcus A. Woelfle, 28.02.1998



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Es liegt etwas Flirrendes, Sommerliches, ungemein Modernes in der französischen Musik zwischen 1900 und dem Erstem Weltkrieg, ein Aufbruch, der erst recht vollzogen werden konnte, als sich ein paar Komponisten gegen die Übermacht der Tonsprache Richard Wagners zu stemmen begannen. Doch was könnte man einer so perfekt ausgearbeiteten, fließenden Romantik entgegenstellen? Diese Frage führte Claude Debussy und Maurice Ravel dazu, sich im spielerischen Umgang mit der Vergangenheit neue […] mehr »


Top