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In The Sun

Jane Monheit

Sony Jazz 509475-2
(53 Min.) 1 CD

Man durchschaut die Absicht und ist verstimmt: Jane Monheit soll zur dunkelhaarigen Konkurrentin Diana Kralls aufgebaut werden. Und Alan Broadbent und Vince Mendoza, die schon Charlie Hadens "American Dreams" mit Streicher-Arrangements versahen (verunstalteten?), wurden offensichtlich engagiert, um auf Monheits drittem Album für den Ogerman-Touch sorgen ("Some Other Time").
Mit ihrem harmlos-angenehmen Stimmchen mag Jane Monheit durchaus Talent zu einer Popsängerin auf den Fährten Barbra Streisands haben; sogar die Lieder des Brasilianers Ivan Lins nehmen sich aus ihrem Munde ganz nett aus, zumindest, solange sie nicht versucht, portugiesisch zu singen.
Doch von einer dem Jazz angemessenen, also swingenden Phrasierung kann bei ihr keine Rede sein. Und jede wirklich persönliche Note, wie ich sie von Jazzsängerinnen erwarte, die diese Bezeichnung verdienen, wird man bei ihr vergebens suchen. Dumm nur, dass einige der besten Begleiter (wie Tom Harrell, Ron Carter, Kenny Washington, Don Alias und der hervorragende Gitarrist Rene Toledo) ihr - wohl weniger aus echter Begeisterung, sondern weil man sie für ihre Dienste gut entlohnte - ein so luxuriös-nostalgisches Umfeld schaffen, dass jüngere Hörer einen vollkommen verzerrten Eindruck davon erhalten, was Jazz einst wirklich ausgemacht hat.

Mátyás Kiss, 28.11.2002



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Ein paar vorgegebene Noten, aber auch viel frei Improvisiertes – fast wie im Jazz. Beschrieb Nils Mönkemeyer seinen neuen diskografischen Ausflug nach Italien jüngst im Radio. Und ja, wer sich etwa erinnert, was Patricia Kopatchinskaja dem Konzerte wie am Fließband produzierenden Antonio Vivaldi unlängst auf der Geige andichtete – zugeben deutlich radikaler, als Mönkemeyer hier vorgeht – fühlt sich darin bestätigt. Es gibt Spielraum. Nun ist Mönkemeyer Bratscher, begegnet also […] mehr »


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