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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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The Kerry Dancers

Johnny Griffin

Fantasy/ZYX OJCCD 25218-1952-2 5
(39 Min., 12/1961, 1/1962) 1 CD

In der "Limited-Edition"-Serie der Original Jazz Classics erscheinen immer wieder einige Alben der Bop-Ära, die so hörenswert sind, dass sie eigentlich in die Hauptserie und in die Sammlung jedes Jazzfreundes gehören. Doch an den geringen Auflagen lässt sich erkennen, dass man mit Käufern kaum rechnet, selbst wenn der Name auf dem Cover der eines Giganten ist.
"Little Giant" Johnny Griffin, auch bekannt als "schnellster Saxofonist der Welt", legte mit "The Kerry Dancers And Other Swinging Folk" eines der reizvollsten Alben der frühen sechziger Jahre vor. Zugleich ist es eines der originellsten in seinem kurzweiligen Schallplattenwerk.
Nicht einmal eigene Klischees löst es ein: Von einer Griffin-Platte um 1962 erwartet man wilde Bop-Stücke, Monkiges, Souliges - und immer wieder rasende Läufe. Doch auf der ehemaligen A-Seite erleben wir einen überwiegend lyrischen, "molligen" Griffin, der alte britische Weisen mit einer so liebevollen Hingabe spielt, als wäre er in den schottischen Highlands und nicht in Chikago aufgewachsen. Langsame Lieder wie "Black Is The Color Of My True Love's Hair" und "The Londonderry Air" gelingen ihm mit berührender Gefühlstiefe, tänzerisches Volksgut wie "The Kerry Dancers" und "Green Grow The Rushes" mit Humor und Verve.
Die B-Seite zeigt uns Griffin als einen für seine Verhältnisse fast schon ruhigen Interpreten inspirierender, neuerer Themen (zwei Stücke stammen von Sara Cassey), denen bisweilen auch eine volksliedhafte Note eignet. Ein erstaunlich coltranesker Blues ist darunter und eine Ballade Griffins, die seine kaum bekannte melancholische Seite offenbart. Man muss sich nur die Namen der swingenden Rhythmusgruppe vergegenwärtigen - Barry Harris, Ron Carter, Ben Riley -, um zusätzlich Appetit auf diese CD zu bekommen.

Marcus A. Woelfle, 10.01.2002



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin.
Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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