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Richard Strauss

Aus Italien op. 16, Macbeth op. 23

Tonhalle-Orchester Zürich, David Zinman

Arte Nova/BMG 74321 77067 2
(65 Min., 1/2000) 1 CD, http://service.bfast.com/bfast/click?bfmid=1821097&siteid=24807761&bfpid=0743217706722&bfmtype=C&PrdId=1000001001431056

Als Richard Strauss mit zweiundzwanzig Jahren auf seine erste Italienreise ging, besuchte er als Bildungsbürger des 19. Jahrhunderts natürlich vor allem Rom und Neapel, und es wirkt fast wie eine Pflichtübung, dass er die Eindrücke dieser Reise in eine sinfonische Fantasie verwandelt hat. So als wollte er sagen: Ich war wirklich da, ich bin, wie es sich gehört, auf Goethes und Mendelssohns Spuren gewandelt.
Strauss mag es in Italien gefallen haben – das Stück, das aus diesen Eindrücken entstand, ist allerdings das Beste nicht. Und David Zinman trägt auch nicht viel zu dessen Rettung bei. Strauss wollte – wie er selbst sagte – keinen "Baedeker in Tönen" schreiben, aber genau das ist auf der CD zu erleben: Einzelne klangschöne Momente ohne innere Dramatik oder großen formalen Bogen. Strauss brauchte für wahre Inspirationen die Reibungsflächen dramatischer Charaktere: "Don Juan", "Ein Heldenleben", "Till Eulenspiegel" basieren auf diesem Prinzip, und genau deswegen dürfte auch die (ebenfalls frühe) Tondichtung "Macbeth" zu einem Meisterwerk geworden sein: Die von Shakespeare dramatisierte Bluttat am schottischen Hof, deren opernhafte Qualitäten bereits Verdi erkannte, erscheint bei Strauss (und bei Zinman) überaus modern, grell, formal perfekt ausgelotet und insgesamt empfehlenswert.

Oliver Buslau, 02.11.2000



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