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The Satchmo Legacy

Benny Bailey

Enja/Edel Contraire 0 63757 94072 2
(54 Min., 11/1999) 1 CD

Obwohl ich erst ganz spät angefangen habe, mich mit Armstrong zu beschäftigen, war er mir schon die ganze Zeit geläufig, da unterschwellig in anderen Musikern präsent - zum Beispiel in Billie Holiday, die ihren Gesang audrücklich auf Armstrongs Instrumentalspiel zurückführte. Das Satchmo-Erbe, auf das sich diese CD beruft, muss also ziemlich weit gefasst werden: als vertrautes, auf humorvoll entspannte Weise zum Besten gegebenes Repertoire.
Auf CDs war der Name Benny Bailey, vor dreißig Jahren einer der Stars der Clarke-Boland-Big-Band, bislang weniger oft zu lesen. Bailey, der am 13. August fünfundsiebzig Jahre alt wird, setzt sich mit seiner Armstrong-Hommage laut Miles Davis allerdings dem Verdacht der Tautologie aus: Trompeter können es noch weniger als andere Jazzer vermeiden, auf dem einen oder anderen Wege an Satchmo anzuknüpfen.
Bailey aber, dessen Ansatz und Ideenfülle keinen Verschleiß erkennen lassen, hat nicht nur ungleich bessere Begleiter zur Verfügung als Armstrong in seinen späteren Jahren, er vermeidet auch, die Besetzung der All-Stars zu kopieren: Anstelle von Klarinette und Posaune verwendet er Gitarre (John Pizzarelli) und Klavier (John Bunch), hinzu kommen der Bassist Jay Leonhart (mit sechzig der bei weitem jüngste aus der Runde) und das Schlagzeug-Ass unter den Studiomusikern, Grady Tate. Deren nur geringfügig modernisierten Swingstil unterläuft Bailey, gewieft wie er ist, durch für ihn charakteristische Glissandi und unerwartete Intervalle - kein Wunder bei einem der letzten Überlebenden von Dizzy Gillespies sagenumwobener Bebop-Big-Band der späten Vierziger.

Mátyás Kiss, 03.08.2000



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