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N° 1230
04. - 10.12.2021

nächste Aktualisierung
am 11.12.2021



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Dmitri Schostakowitsch, Alfred Schnittke

Werke für Violoncello und Klavier

Alban Gerhardt, Steven Osborne

Hyperion/Codaex CDA67534
(78 Min., 8/2005) 1 CD

Bei Schostakowitsch weiß man ja nie so genau. Wie war es denn nun gedacht? Als überlebensnotwendiger Kotau vor den messerwetzenden Räten, als ironische oder sarkastische Replik auf die Kulturpolitik ebendieser oder als freies künstlerisches Schaffen? Oft mischen sich stilistisch bei ihm all diese "realistischen" und avantgardistischen Elemente. Das führt zu einer Rätselhaftigkeit von Schostakowitschs Musik, ähnlich wie bei Mahler, nur erdverbundener, diesseitiger als bei dem Österreicher.
Die Aufgabe, hier ein Ganzes zu formen ohne die unterschiedlichen Stile und Charaktere glatt zu bügeln, ist immer eine Gratwanderung. Deshalb ist es das große Plus dieser Aufnahmen mit Alban Gerhardt und Steven Osborne, dass man schon beim ersten Hören den Eindruck bekommt, dass hier alles seine Stimmigkeit hat. Der Berliner Cellist und der Londoner Pianist bilden ein exzellentes Kammermusikpaar. Abgehsehen von technischer Präzision und fein abgestimmtem Zusammenspiel vereinen sie die verschiedenen Charaktere der kurzen "Acht Stücke" zu einem Bilderbogen zwischen U und E, bei dem genau dieser Wechsel den Reiz ausmacht. Die Sonate in d-Moll ist wiederum ganz westlich-kammermusikalischer Tradition geschuldet, bietet eine breite Palette der Ausdrucksmöglichkeiten, die von den Interpreten meisterlich umgesetzt werden.
Von Alfred Schnittke finden sich auf dieser CD die zwei Solostücke "Madrigal In Memoriam Oleg Kagan" und "Klingende Buchstaben" für Cello sowie seine Sonate Nr. 1 für Cello und Klavier. Gerade die Solostücke entfalten eine große Suggestivkraft, wenn sie auf einer den Celloklang fein nachzeichnenden Anlage mit genau der Ruhe und Konzentration gehört werden, mit der Gebhardt sie spielt.

Matthias Reisner, 15.12.2006



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