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Dmitri Schostakowitsch, Sergei Prokofjew

Violinkonzerte Nr. 2

Maxim Vengerov, London Symphony Orchestra, Mstislaw Rostropowitsch

Teldec/Warner Classics 0630-13150-2
(9/1996) 1 CD

Das Lob der Kritik war groß, als vor zwei Jahren der junge russische Geiger Maxim Wengerow eine Aufnahme der beiden ersten Violinkonzerte von Prokofjew und Schostakowitsch mit dem Londoner Sinfonieorchester unter Rostropowitsch vorlegte. Was also lag näher, als noch einmal dieses Erfolgs-Team in den Londoner Abbey Road Studios zusammenzuführen, um auch die Konzerte mit der Nummer 2 nachfolgen zu lassen? Und wieder ist dabei eine CD mit Referenzcharakter geglückt.
Wengerow geht beide Stücke mit jugendlich frischem Elan an; nirgendwo ist Distanz zu spüren, jede Ausdrucksnuance der Musik macht er zu seiner eigenen. Das wappnet ihn vor Gefahren, die auf dem riskanten Weg der Interpretation lauern. Im zweiten Satz des g-Moll- Konzerts von Prokofjew etwa, in dem die Nähe zum gleichzeitig entstandenen Ballett “Romeo und Julia” unüberhörbar ist, spannt Wengerow mit traumwandlerischer Sicherheit die zarten melodischen Bögen, ohne jemals in süßlich sentimentale Gefilde abzugleiten.
Bekenntnishafter noch als Prokofjews Werk ist das 1967 uraufgeführte cis-Moll-Konzert von Dmitri Schostakowitsch. Eleganz und Tiefe verbinden sich in Wengerows atemberaubendem Spiel, das in der energischen Solokadenz im letzten Satz seinen Höhepunkt findet. Altmeister Rostropowitsch am Pult ist seinem jungen Kollegen mehr als nur ein kompetenter Begleiter. Er disponiert die Klangblöcke mit sicherem Gespür für die große Form, nicht ohne dabei die Musik mit bohrendem Espressivo aufzuladen.

Peter Blaha, 31.05.1997



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