Responsive image

Blue Note - A Story Of Jazz

Diverse

Blue Note/EMI 474 549-2
(222 Min., 1954 - 2004) 3 CDs

Blue Note – The Finest In Jazz Since 1939, das ist nicht einfach ein Label und sein Slogan, vielmehr war dies für eine lange legendäre Zeit ein Versprechen und seine Erfüllung: Der Säulenheilige des Modern Jazz, Thelonious Monk, konnte bei diesem Label seine bahnbrechenden ersten Aufnahmen als Leader machen; Ornette Colemans überwältigendes Trio erschien auf diesem Label; ebenso das oft verkannte Piano-Genie Herbie Nichols. Wenn nun eine 3-CD-Box mit dem suggestiven Titel "A Story Of Jazz" von eben diesem Label auf dem Markt erscheint und die Liner Notes von Michael Cuscuna stammen, der mit seinem Mosaic-Label Standards für diskografisch-editorische Arbeit gesetzt hat, dann erwartet man einen detailgenau dokumentierten Überblick über die künstlerischen Höhepunkte der Labelgeschichte. Doch so ist der Titel nicht gemeint, er will lediglich sagen, dass es sich bei dem Projekt um eine Geschichte handelt, die im Jazz spielt; genauer müsste es "Blue Note’s Most Popular Hits" heißen. Die eingangs erwähnten Musiker sind nicht vertreten, dafür befasst sich die erste CD mit den Klassikern des Blue-Note-Sounds wie Herbie Hancocks "Canteloupe Island" oder Art Blakeys "Moanin’" - auch das hinreißende "Autumn Leaves" von Cannonball Adderley und Miles Davis ist vertreten; die zweite CD ist dem aktuellen Jazzprogramm gewidmet, bei dem Sängerinnen wie Norah Jones oder Cassandra Wilson eine große Rolle spielen; die dritte CD schließlich wird bei Alt-Fans des Labels mitunter Kopfschütteln auslösen, geht es da doch um die direkte Verbindung von HipHop und klassischem Blue-Note-Sound. Ob nun klassisch, zeitgenössisch oder randständig, die Blue-Note-Tradition geböte, die Musiker durch ihre vollständige Nennung zu respektieren - bei diesem Projekt jedoch muss sich der Zuhörer mit der Angabe des Leaders und des entsprechenden Blue-Note-Albums begnügen.

Thomas Fitterling, 09.07.2005



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Es generierte durchaus Schlagzeilen, als der Musikwissenschaftler Timo Juoko Herrmann vor gut vier Jahren eine bisher unentdeckte, womöglich gemeinschaftlich entstandene Komposition von Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Salieri und einem gewissen Cornetti im Prager Nationalmuseum wiederentdeckte – es handelte sich um die Kantate zur Genesung der Sängerin Nancy Storace „Per la ricuperata salute di Ofelia“ KV 477a auf ein Libretto von Lorenzo da Ponte. Dass sie ausgerechnet Timo Juoko […] mehr »


Top