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Habyor

Jim Black

Winter & Winter/Edel Contraire 910 073-2
(52 Min., 9/2003) 1 CD

Jim Black, der 36-jährige Schlagzeuger mit der Vorliebe für Grenzüberschreitungen, hat mit seiner Band AlasNoAxis für das edle Winter&Winter-Label seine dritte CD aufgenommen. Der Bandname ist weiterhin ironisches Programm. Er spielt mit dem Vorwurf, dass sich die Band unter großem Bedauern einer festen stilistischen Bezugsachse entziehe, um gleichzeitig diesen Entzug als allgegenwärtiges Offensein zum Programm zu erklären. Dieses Offensein ist seinerseits wieder zu relativieren, denn Habyor ist geprägt von Jim Black, dem Songwriter. Eine spannende Mischung ist so entstanden. Der Saxofonist Chris Speed setzt die Black’schen Tristesse-Melodien melancholisch lasziv um und unterfüttert sie bisweilen verfremdend mit allerhand elektronischem Gerät. Hilmar Jensson setzt mal verhalten mal deftig trashige Gitarren-Sounds dagegen, und Skúli Sverrison am Bass sorgt unbeirrt dafür, dass die immer wieder erstaunlich leichtfüßig wirkenden Edelpunk-Freejazz-Rock-Patterns des Drummer-Leaders den schwerblütigen und zur scheinbaren Erstarrung neigenden musikalischen Fluss in Bewegung halten und beschleunigen können. Auch wenn Jim Black mit zusätzlichem Wurlitzer-Gerät manch Schwade über den Strom schickt, ist diese Musik weit davon entfernt benebelt oder verquast zu sein, sie ist vielmehr trotz - oder gerade wegen - den so selbstverständlich eingesetzten Studioeffekte, ganz natürlicher Jazz von New York und heute.

Thomas Fitterling, 25.09.2004



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