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Arnold Schönberg, Richard Wagner

Pelleas und Melisande, Siegfried-Idyll

Orchester der Deutschen Oper Berlin, Christian Thielemann

Deutsche Grammophon 0 28946 90082 6
(65 Min., 6/1999) 1 CD

Debussy hat den Stoff zu einer Oper verarbeitet, die so recht gar keine ist: "Pelléas und Mélisande", ein Drama des Symbolisten Maurice Maeterlinck. Arnold Schönberg hat sich davon zu einer Sinfonischen Dichtung inspirieren lassen. Christian Thielemann und das Orchester der Deutschen Oper Berlin zeigen uns nun, dass man dieses Stück Orchestermusik auch als Oper für Orchester hören kann.
Dies gelingt, weil wir hier kein typisches Opernorchester hören und gerade deswegen vermutlich eines der besten Opernorchester Deutschlands. An der Deutschen Oper nämlich wird anscheinend fern aller Repertoire-Routine gearbeitet. Diese Musiker klingen eingespielt, hören musizierend tatsächlich aufeinander - schon deswegen wäre es ein Frevel, diesen klingenden Organismus zu zerstören, wie das Berlins Kulturpolitik ja derzeit ins Auge fasst. Zugleich aber ist dieses Orchester dermaßen mit Musik im Dienste der Bühne vertraut, dass es auch sinfonische Musik aus dem Geist des Dramas heraus musiziert, Spannung und Entspannung zu einer musikalischen Geschichte zusammenfügt.
Thielemann gliedert Schönbergs dreiviertelstündigen Koloss klar, disponiert im mäandernden Fluss der Leitmotive klug die Höhepunkte, setzt sein Orchester hinreißend in Szene. Auf zwei Dinge bleibt man nach dieser Platte gespannt: Wie klänge Schönbergs Musik nach "Pelleas" (also etwa die Kammersinfonien oder der "Überlebende aus Warschau") mit Thielemann? Und - das legt das betörende "Siegfried-Idyll" dieser Aufnahme nahe - wann lässt man ihn in Bayreuth nicht mehr "bloß" die "Meistersinger", sondern auch den "Ring" dirigieren? Verdient hätte er es längst.

Stefan Heßbrüggen, 16.11.2000



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