Responsive image

Comes Love

Agneta Baumann

Touché Music/ZYX 7 330081 000112
(65 Min., 6/1999) 1 CD

Mit einigen Jahren Verspätung wird das reichliche Dutzend CDs, welches das schwedische Label Touché Music bislang produzierte, auch in Deutschland greifbar. Ob diese in ihrer Gesamtheit einen Gewinn fürs Repertoire darstellen, mögen andere entscheiden; von den mir zugänglichen fünf Platten disqualifizierten sich vier bei längerem Hören durch ihr einschläferndes Schneckentempo. Eine positive Ausnahme allerdings ist die zweite CD, die die Sängerin Agneta Baumann nach längerer Abwesenheit von der Szene veröffentlichte.
Auch "Comes Love" hätte bei der Fülle einschlägiger Standards Anlass zu einem Balladenalbum gegeben, doch Agneta Baumann hat dieser Versuchung nicht nachgegeben und eine selten spritzige Gesangsplatte verwirklicht, deren Gelingen sich nicht zuletzt dem mitreißend dynamischen, gestopften Trompetenspiel Bosse Brobergs verdankt. Aber auch die hier zu Lande völlig unbekannte Rhythmusgruppe leistet Großes - sie lässt über fünfzig Jahre alte Lieder ganz frisch und unverbraucht klingen.
Aber die eigentliche Überraschung ist der Gesang selber, der alle Fans von weißen Gesangskoryphäen wie Helen Merrill oder Chris Connor aufhorchen lassen müsste: Rauchiges Timbre, akzentfreie Aussprache, Verständlichkeit jeder Silbe und ein angenehmes Lächeln in der Stimme. Man hat bei der Sopranistin niemals den Eindruck, sie wisse womöglich gar nicht, wovon sie da singt. Hier hat sich die Schule ihres Idols Billie Holiday wirklich bezahlt gemacht.

Mátyás Kiss, 24.05.2001



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ein paar vorgegebene Noten, aber auch viel frei Improvisiertes – fast wie im Jazz. Beschrieb Nils Mönkemeyer seinen neuen diskografischen Ausflug nach Italien jüngst im Radio. Und ja, wer sich etwa erinnert, was Patricia Kopatchinskaja dem Konzerte wie am Fließband produzierenden Antonio Vivaldi unlängst auf der Geige andichtete – zugeben deutlich radikaler, als Mönkemeyer hier vorgeht – fühlt sich darin bestätigt. Es gibt Spielraum. Nun ist Mönkemeyer Bratscher, begegnet also […] mehr »


Top