Responsive image

Girl Talk

Vanessa Rubin

Telarc/In-Akustik 080 83480
(51 Min., 12/2000) 1 CD

Weiblicher Vocal-Jazz boomt munter weiter. Dee Dee Bridgewater und Dianne Reeves bilden nur die bekannte Spitze einer ganzen Legion oft nicht viel weniger talentierter Nachfahrinnen der Fitzgerald/Vaughan-Tradition.
Vanessa Rubin ist da sicher eine ganz wichtige Stimme. Sie intoniert makellos und enthält sich prätenziöser Scat-Exkursionen; ihre Improvisationen bestehen vielmehr aus delikaten Variationen von Melodie und Phrasierung, die stets den Textfluss respektieren. Dies entspricht ihrem selbst erklärten Ziel, sich in den hier ausgewählten Standards intim mitzuteilen. Dabei sorgt sie für Abwechslung und Farbenreichtum, indem sie das Begleittrio immer wieder mit Bläsern erweitert. So sind neben dem Posaunisten Steve Davis die Saxofonisten Eric Alexander und Javon Jackson mit zupackenden Beiträgen zu hören. Weitere Instrumental-Highlights erstrahlen, wenn ihr durchaus ebenbürtiger und geschmacksicherer Klavierbegleiter Larry Willis auf vier Nummern von Cedar Walton, dem Altmeister des intelligent-eleganten modernen Jazzpianos, abgelöst wird. Der Bassist Davis Williams und Lewis Nash am Schlagzeug sorgen für ebenso geschmeidigen wie knackigen Rhythmus. Auf zwei Tracks singt Vanessa Rubin mit ihrer Mentorin Etta Jones im launigen Duett.
Und dennoch, trotz all der Abwechslung und der handwerklichen Meisterschaft, bleibt das Gefühl von "just another vocal jazz CD". Aber vielleicht erschließt sich dem männlichen Rezensenten einfach der "Girl Talk" nicht richtig.

Thomas Fitterling, 11.10.2001



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top