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Luigi Boccherini

Stabat Mater, Streichquintette op. 42 1 u. 2

Roberta Invernizzi, L’Archibudelli

Sony CD 89926
(73 Min., 1/2002) 1 CD

"Christi Mutter stand mit Schmerzen / bei dem Kreuz und weint von Herzen, / als ihr lieber Sohn da hing ..." So beginnt die deutsche Übersetzung des "Stabat Mater", der berühmten Sequenz zum Fest der Sieben Schmerzen Mariae, die viele Komponisten inspirierte: Von Palestrina bis Dvořák, von Rossini bis Penderecki reicht die Liste der Meister, die ein "Stabat Mater" schrieben. Auch Luigi Boccherini ist darunter; er widmete sich der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Dichtung im Jahre 1781, und er musst damals gegen ein prominentes Vorbild ankämpfen: Giovanni Battista Pergolesi, dessen "Stabat Mater" zu den berühmtesten des 18. Jahrhunderts gehört. Dass Boccherinis Werk so unbekannt geblieben ist, hat dieselben Gründe wie der geringe Popularitätsgrad seiner übrigen Kompositionen (vom berühmten "Menuett" mal abgesehen): Schon Zeit seines Lebens stand er im Schatten Haydns, und seine Musiksprache ist für seine Zeit nicht gerade modern. Das trifft auch auf das "Stabat Mater" zu, dessen Noten übrigens erst 1987 veröffentlicht wurden. Das Werk glänzt mit einem immensen, aus den Möglichkeiten der Oper abgeleiteten Ausdruckreichtum. Doch gerade dieser Vorzug bleibt in der vorliegenden Einspielung wie hinter einem Schleier verborgen: Die solistische Streicherbesetzung wirkt sehr dünn und verhalten, die Solistin gibt sich vereinzelt fast affektiert statt emotionsgeladen. Zu den beiden Streichquintetten passt das kammermusikalische Flair besser; doch auch hier leidet die Darbietung bei aller technischen Perfektion an einer gewissen Blutarmut, was an den historisch korrekten Spielweise mit Darmsaiten liegen kann.

Oliver Buslau, 27.09.2003



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