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N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



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Béla Bartók, Dmitri Schostakowitsch, Igor Strawinski, Sofia Gubaidulina

Streichquartette

Rubin-Quartett

Arte Nova/BMG 7 43217 70692 0
(60 Min., 8/1998) 1 CD

Gewagt, gespielt, gewonnen: Von den vier Damen des Rubin-Quartetts wird man noch hören. Weder die Quartette von Bartók und Schostakowitsch noch die drei kurzen Stücke von Strawinski sind im Katalog unterrepräsentiert, doch mit einer solch geradezu berstenden Intensität werden sie selten interpretiert. Das Bartók-Spiel der Rubine - im vierten Quartett - zeichnet sich nicht nur durch zügellose Energie aus, es werden auch die mannigfachen klangfarblichen Abstufungen minuziös realisiert, das "Bartók-Pizzicato" im vierten Satz knallt wie eine Pistole. Aber auch die langsame Nachtmusik des "Non troppo lento" mit ihren meditativen Klangflächen gelingt vorzüglich, mit atemberaubend fragilen Pianissimi.
Frech, pointiert, aggressiv, als provokative Aphorismen kommen die Strawinski-Stücke, und die emotionalen Extreme in Schostakowitschs erschütterndem achten Quartett werden in schonungsloser Härte ausgelotet. Man muss schon auf Einspielungen des Borodin-Quartetts zurückgreifen, um so eine bedingungslose Identifikation mit dieser Musik vorzufinden. Ihr Mut zum Risiko ist das große Plus der Interpretinnen; es gibt viele raue Töne, einige werden sagen zu viele. Doch mutet die distanzierte technische Perfektion der Emersons (siehe Rezension) gegen den Furor des Rubin-Quartetts vergleichsweise langweilig an.

Thomas Schulz, 16.11.2000



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