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N° 1223
16. - 22.10.2021

nächste Aktualisierung
am 23.10.2021



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Béla Bartók, Zoltán Kodály, Leó Weiner

Cantata profana, Psalmus hungaricus, Serenade

Chor des ungarischen Rundfunks, Budapest Festival Orchestra, Georg Solti

Decca 458 929-2
(59 Min., 6/1997) 1 CD

Anlass wie Programm dieser letzten Schallplattenproduktion des im vergangenen September verstorbenen Georg Solti dokumentieren seine späte Heimkehr und Aussöhnung mit der ungarischen Heimat. Sechzig Jahre zuvor hatte der junge jüdische Kapellmeister seine vom Naziterror bedrohte Geburtsstadt Budapest verlassen müssen, um dann eine der glänzendsten Musikerkarrieren in diesem Jahrhundert zu durchleben. Wenige Monate vor seinem Tod war Solti vom Budapester Festivalorchester zu dieser ersten rein ungarischen Schallplatten-Produktion seines Lebens eingeladen worden, und er widmete sie dem künstlerischen Vermächtnis seiner drei wichtigsten Lehrer Bartók, Kodály und Leó Weiner. Während der Aufnahmen besuchte er das Heimatdorf seiner Eltern und hatte da “zum erstenmal nach sechzig Jahren das Gefühl, irgendwohin zu gehören.”
Am 28. März 1998, dem selben Tag, an dem Soltis sterbliche Überreste feierlich in Budapest ihre letzte Ruhe fanden, wurden diese letzten Aufnahmen veröffentlicht: Und so ist auch Soltis Interpretation der beiden wichtigsten ungarischen Chorwerke, nämlich Bartóks “Cantata profana” und Kodálys “Psalmus hungaricus”, von der Kraft einer “bekennenden” ungarischen Seele durchglüht.
Ohne eine Spur von Sentimentalität, sondern streng, energisch und mit ernstem Pathos, gestaltet der Vierundachtzigjährige diese letzte Beschwörung seiner musikalischen Wurzeln. Dazwischen, als heiteres Intermezzo, die freundliche Streicher-Idylle seines gestrengen Kompositions-Professors Léo Weiner. Kein Schriftsteller hätte sich einen schöneren Abschluss für Soltis musikalische Lebensreise ausdenken können.

Attila Csampai, 31.03.1998



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