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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Gaetano Donizetti

Don Pasquale

Juan Diego Flórez, Ruggero Raimondi, Isabel Rey, Orchester der Oper Zürich, Nello Santi

Decca/Universal 074 3202
(130 Min., 2006) 1 DVD

Juan Diego Flórez ist der Midas unter den Tenören: Alles was er anfasst, scheint augenblicklich zu Gold zu werden. Doch wie dem antiken Lydierkönig scheint auch dem peruanischen Tenor die Göttergabe zum Fluch zu werden: Gerade weil sich CDs und DVDs mit dem Flórez-Etikett offenbar von selbst verkaufen, fehlt der Druck, dem Star ein angemessenes Umfeld zur Seite zu stellen und so eine Referenzaufnahme zu produzieren. Auch im Fall von Donizettis "Don Pasquale" haben die Produzenten der Verlockung nachgegeben, einfach eine Produktion des Zürcher Opernhauses auf DVD zu übernehmen, um Flórez möglichst schnell in einer seiner Paraderollen präsentieren zu können. Doch schon das schwerfällig-rumplige Dirigat von Nello Santi setzt in der Ouvertüre die Zeichen auf verstaubten Repertoire-Alltag. Grischa Asagaroffs Produktion verschenkt das Stück an billigen Klamauk zwischen Plüsch und Pop, und die Comprimarii sind durchweg nicht DVD-tauglich: Isabel Rey gibt eine tantige Norina mit unpersönlichem Timbre und gezwungenem Witz, Oliver Widmer ist ein stocksteifer Malatesta ohne Legatokultur, und Ruggero Raimondi haspelt sich ohne Stimme und mit einer Handvoll Stummfilmgrimassen durch die Titelpartie. Bleibt nur Flórez, der als Ernesto mit betörendem Schmelz seine Meinung zum Treiben kundtut: "Cercheró lontana terra" – frei übersetzt "Ich hau’ jetzt ab". Was man unter diesen Umständen gut verstehen kann.

Jörg Königsdorf, 14.12.2007



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