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Ralph Vaughan Williams

Sinfonien Nr. 7 u. 8

Lynda Russell, Waynflete Singers, Bournemouth Symphony Orchestra, Kees Bakels

Naxos 8.550737
(71 Min., 9/1996) 1 CD

Es müssen wirklich nicht immer berühmte Namen sein: Der Dirigent Kees Bakels beispielsweise war mir bislang nicht bekannt. Trotzdem: Was Bakels und das Sinfonieorchester Bournemouth aus der “Sinfonia antarctica” herausholen, überzeugt mich auf Anhieb wesentlich mehr, als was ein “Stardirigent” wie Roger Norrington zum Thema Vaughan Williams beizutragen hat.
Die Partitur, die ursprünglich als Musik zu einem Antarktis-Film entstand, besitzt durchaus ihre Tücken: Einerseits gelangt Vaughan Williams in ihr zu völlig neuen Klangvorstellungen, die einem buchstäblich das Blut in den Adern gefrieren lassen, andererseits wirken gewisse instrumentatorische Details wie Windmaschine und textlos vokalisierender Frauenchor allzu illustrativ. Kees Bakels gelingt es jedoch, das Anekdotische in den Hintergrund treten zu lassen und den sinfonischen Zusammenhalt der Musik überzeugend darzustellen. Trotzdem vermittelt die Sinfonie, insbesondere der dritte Satz “Landschaft” mit dem wahrlich erschlagenden Orgelsolo, unter seinen Händen durchaus jene Vision einer menschenleeren und ehrfurchtgebietenden antarktischen Landschaft, die Vaughan Williams mit seinem Werk vermitteln wollte.
Bakels’ Interpretation der Achten, einer heiteren Sinfonietta, ist weniger spektakulär, doch durchaus ansprechend geraten. Eine gelungene Veröffentlichung mithin, nicht nur für Vaughan-Williams-Anfänger.

Thomas Schulz, 31.05.1998



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