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Ralph Vaughan Williams

Sinfonien Nr. 3 u. 5

London Philharmonic Orchestra, Roger Norrington

Decca/Universal 458 357-2
(73 Min., 11/1996, 2/1997) 1 CD

Gegenüber Haitinks souveränen und überlegten Vaughan-Williams-Deutungen sind die Interpretationen Roger Norringtons - mit demselben Orchester! - eine ziemliche Enttäuschung. Norrington wählt in der Pastorale wesentlich schnellere Tempi, doch das ist es nicht alleine; seine Lesart wirkt seltsam unbeteiligt und oberflächlich, von den tieferen emotionalen Dimensionen der Musik ist nur wenig zu spüren. Hier sind es tatsächlich nur Kühe, die übers Gatter glotzen!
Norringtons Interpretation der Fünften Sinfonie, einem ähnlich kontemplativen Werk wie der Dritten, ist geringfügig mehr Erfolg beschieden; insbesondere das Scherzo entfaltet im gewählten Tempo mehr Biss als gewöhnlich. Doch auch hier wäre mehr Engagement und Identifikation erforderlich; ein warmes und räumliches Klangbild alleine reicht eben nicht aus. Haitink (EMI) und Boult (ebenfalls EMI) sind bei diesem Werk vorzuziehen.

Thomas Schulz, 31.03.1998



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