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Antonio Vivaldi

Vespri per l’assunzione di Maria Vergine

Gemma Bertagnolli, Roberta Invernizzi, Sara Mingardo u.a., Concerto Italiano, Rinaldo Alessandrini

opus 111/helikon harmonia mundi ops 30383
(153 Min., 7/2003) 2 CDs

Vivaldis "Vespri solenni" wurden in der ersten modernen Wiedergabe am 11. Juli 2003 von dem renommierten Vokal- und Instrumentalensemble Concerto Italiano im Rahmen des Festivals "60a Settimana Senese" in SS. Annunziata in Siena interpretiert. Nun liegt auch die CD-Einspielung des Werkes vor. Die Leitung hat Rinaldo Alessandrini, ein Spezialist in Sachen Alter Musik, der gemeinsam mit Frédéric Delamea an der Rekonstruktion der "Vespri" arbeitete. Mit seinem Concerto Italiano beweist er, dass die Italiener, wiewohl sie sich erst spät und nach den englischen und holländischen Ensembles für die eigenen frühen Traditionen begeistert haben, der italienischen Musik doch am nächsten stehen. Obwohl von Vivaldi staunenswert viel Musik auf uns gekommen ist, ging doch auch viel verloren, und hier wird der ernsthafte Versuch unternommen, bekannte Stücke wie das "Dixit Dominus" RV 594, das "Salve regina" RV 616 oder das "Nisi Dominus" RV 608 in den aufführungspraktischen Zusammenhang zu stellen, in dem die venezianischen Zeitgenossen sie etwa in San Lorenzo oder della Salute gehört haben mochten. Schon dieser ambitionierte Versuch verdient Beachtung, noch mehr aber freilich die interessante Interpretation. Man musiziert mit Laune, mit hohem Klangbewusstsein, virtuos und sehr subjektiv. Man singt beeindruckend, die Sopranistinnen schattieren ihren Stimmbereich vielfältig ab, werden allerdings weit übertroffen von dem warmen und ausdrucksstarken Alt von Sara Mingardo. Einer der Höhepunkte dieser zwei CDs ist das "Nisi Dominus", in dem sie ihre ganze Kunst des innigen Gestaltens zeigen kann: Bei ihrem "Vanum est" weht einen tatsächlich die kalte Vergeblichkeit unseres gottlosen Lebens an.

Helga Utz, 07.02.2004



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