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Peter Iljitsch Tschaikowski, Jean Sibelius

Violinkonzerte

Vadim Repin, London Symphony Orchestra, Emmanuel Krivine

Erato/Warner Classics 4509-98537-2
(66 Min.) 1 CD

Fast kammermusikalisch zurückhaltend zieht das herrliche Allegro moderato aus Tschaikowskis Violinkonzert vorüber — der junge, in Nowosibirsk geborene Geiger Vadim Repin wird mit großer Intelligenz der eigentümlichen langsamen Dramaturgie des Satzes gerecht: Vom Aufgreifen der feinen Streichereinleitung über die Exposition der beiden gesanglichen Hauptthemen und ihre Aufspaltung in hochvirtuoses Passagenwerk bis zu dem Moment, in dem das ganze Orchester fast ekstatisch das erste Thema aufnehmen darf. Hier stimmt einfach alles, und das ohne harsches Aufrütteln, ohne kantige Kontraste und andere Sperenzchen.
Vor allem in den rhapsodisch-freien Passagen des Sibeliuskonzerts ist Repin in seinem Element und kann die Farben seines Spiels schillern lassen: Vom warm-sonoren Gesang über das Funkeln und Blitzen bei virtuosem Passagenwerk bis zum Gleißen in den hohen Registern. Das Londoner Sinfonieorchester unter Emmanuel Krivine begleitet nicht nur vital und anschmiegsam, es sorgt auch — wie bei dem wiederkehrenden, fanfarenartigen Holzbläser-Motiv im langsamen Tschaikowski-Satz — in den Tuttipassagen für klangliche Höhepunkte. Man spürt bei jedem Ton die tiefe musikalische Partnerschaft von Dirigent und Solist.

Oliver Buslau, 31.05.1996



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