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Georg Philipp Telemann

Pariser Quartette 1 - 6

Freiburger BarockConsort

harmonia mundi HMC 901787
(71 Min., 2/2002) 1 CD

Kaum ein Komponist war so produktiv wie Telemann. In seinen 86 Lebensjahren entstanden u.a. über 1000 Kantaten und 50 Passionen. Das hat ihm zwar pejorativ den Ruf eines Vielschreibers eingebracht, für seine "Pariser Quartette" ist der Vorwurf aber nicht gerechtfertigt. Es ist reizende Kammermusik der Übergangszeit zwischen Barock und Klassik, komponiert für drei konzertierende Instrumente - dialogisierend in den Oberstimmen Flöte und Violine sowie alternierend Gambe und Violoncello - und Continuobegleitung. Die Bezeichnung "Quartett" ist nicht zu verwechseln mit dem späteren klassischen Streichquartett.
Ob die Quartette, wie es der Titel suggeriert, tatsächlich für Paris entstanden sind, ist ungewiss. Mit Sicherheit sind es aber melodisch und satztechnisch originelle und handwerklich hervorragende Stücke aus den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts.
Das Freiburger Barockconsort, die solistisch besetzte Formation mit Mitgliedern des Freiburger Barockorchesters, widmet sich der ersten Hälfte der insgesamt zwölf Pariser Quartette. Den je zweifach vertretenen Genres Concerto, Sonate und Suite angemessen, erlebt man die Musiker in unterschiedlichen Facetten, mal virtuos musizierend, mal intim kammermusikalisch mit vielen klanglichen Schattierungen, darunter der betörend gedeckte Gambenklang von Hille Perl, und schließlich auch streng in den kontrapunktisch geprägten Sätzen. Nicht zu vergessen die engagierte, farbenreiche Continuobesetzung, wobei der Cembalist Torsten Johann versehentlich im Booklet nicht genannt wird.
Kammermusikalische Delikatessen, feilgeboten in allerbester Qualität!

Peter Overbeck, 14.06.2003



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