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Robert Schumann

Myrten op. 25, Zwölf Gedichte aus Rückerts Liebesfrühling op. 37

Juliane Banse, Olaf Bär, Helmut Deutsch

EMI 5 56579 2
(73 Min., 7/1997) 1 CD

Sollte es eine Platte für die Chronologie erfolgreichen Paarungsverhaltens, pardon: für die hohe Zeit der Liebeswerbung und -besiegelung in der Ehe, geben, hier ist sie. Seinen Myrten-Zyklus op. 25 schrieb Robert Schumann im Zustande heftigen Verliebtseins und überreichte ihn im prachtvollen Einband seiner Clara 1840 am Hochzeitstag; und die zwölf Gedichte aus Rückerts Liebesfrühling op. 37, zu denen Clara selbst drei Lieder beisteuert - sie künden vom Biedermeier-Glück der Eheleute, vom innigen “Mein und dein, dein und mein, wollen wir, o Liebste sein” (und weisen denn auch einige Duette auf).
Juliane Banse, Olaf Bär sowie Helmut Deutsch haben aus den sechsundzwanzig Myrten-Liedern nach sieben deutschen und englischen Dichtern einen eindrucksvollen Stimmungs- und Gemütsreigen geschaffen, dessen Suggestionskraft vornehmlich aus der höchst lebendigen Textausdeutung und einer makellosen Artikulation resultiert. Die allbekannten Höhepunkte des vergleichsweise wenig aufgeführten Gesamtzyklus - Rückerts “Widmung”, Mosens “Nussbaum”, Heines “Lotosblume” und “Du bist wie eine Blume” - sie sind hier zu prototypischen Kleinoden romantischen Empfindens, Zitterns, Flüsterns, Zagens, Erwartens geformt.
Leider werden die stimmtechnischen Mittel diesem Ausdruck nicht durchweg gerecht. Juliane Banses vibratoreicher Sopran wirkt mitunter angestrengt, leicht belegt, während Olaf Bärs kerniger Bariton in den Mittelregistern flach bleibt. Über alle Kritik erhaben erweist sich Deutschs subtiles, zudem von den Klangmeistern vortrefflich ausgeleuchtetes Klavierspiel, das jedem Anspruch eines “Liedes ohne Worte” gerecht würde. Im übrigen versteht man, vergegenwärtigt man sich Claras Beiträge für Rückerts Liebesfrühling, warum der werte Gatte eifersüchtig über ihre Kompositionskünste wachte und sie auf die Hausfrauenrolle verwies.

Christoph Braun, 30.04.1998



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