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Chrominance

Glenn Ferris-Trio

Enja/Helikon CD 9132-2
(61 Min., 6/2000) 1 CD

Seit Albert Mangelsdorffs legendären MPS-Alben der späten Siebziger habe ich keine so überzeugenden Trioaufnahmen eines Posaunisten gehört - es kann auch einfach daran liegen, dass mir Glenn Ferris trotz beeindruckender Referenzen (Don Ellis, Frank Zappa, Billy Cobham) hier das erste Mal bewusst begegnet.
Der Bassist Bruno Rousselet und der Schlagzeuger Jeff Boudreaux scheinen mir trotz ihrer Jugend ideal als Partner für den einundfünfzigjährigen Ferris geeignet zu sein: Die hellwache Interaktion zwischen den Partnern und der pulsierende Sog, den die Musik entwickelt, hat mich an Mark Helias' ausgezeichnetes letztes Album erinnert: Dort wie hier höre ich all das, worum es im Jazz auch heute noch geht.
CDs wie diese geben uns eine Antwort darauf, warum es sich lohnt, die improvisierte Musik auch in Zukunft mit weit aufgesperrten Ohren zu verfolgen, anstatt sich aus Bequemlichkeit gleich mit den längst kanonisierten modernen Klassikern der vierziger bis sechziger Jahre zu begnügen.

Mátyás Kiss, 18.10.2001



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