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Fractal Gumbo

Marty Cook

Tutu/Fenn CD 888 210
(64 Min., 7/2000, 8/2000) 1 CD

Als der Posaunist Marty Cook vor etwa zwanzig Jahren nach München kam, brachte er den vitalen Sound der New Yorker Loft Szene in die damals vom klassischen Modern Jazz geprägte Isar-Stadt. New York Sound Explosion nannte er seine Band. Seine Neigung zu Ornette Coleman war unüberhörbar. Marty Cook ist in München sesshaft geworden und hat dort auch das klassisch moderne Jazzidiom zu meistern gelernt. Doch die Vitalität ist ihm geblieben, die damals so erfrischend wirkte in der von Albert Mangelsdorff dominierten Posaunenlandschaft.
Garant für explosiven Rhythmus ist in den Marty-Cook-Ensembles immer wieder der Bassist Ed Schuller gewesen. Er wirkt auch auf Cooks neuer CD mit. Mit der Quintett-Besetzung, die auf weitere Bläser und ein Klavier verzichtet, dafür aber zwei Gitarristen beschäftigt, betritt Marty Cook für sich Neuland. Man denkt an Ornette Colemans Prime Time, doch Cooks Musik orientiert sich hier eher an Freebop und frühem Coleman Material als an den Prime-Time-Harmolodics. Drei Monk-Kompositionen auf der CD unterstreichen das.
Die Sounds der Gitarristen ergänzen sich trefflich - Gunnar Geisse liebt es eher Stratocaster-schrill und Geoff Goodman hat es mit der Wärme seiner Gibson-Jazzgitarre. Beide zusammen erzeugen mitunter harmonische Brandungen wie das legendäre erste Gary-Burton-Quartett mit Larry Coryell. Dazu, darüber und darunter spielt Marty Cook seine explosiven Linien mit klarem kontrollierten Sound. Von intimer Intensität ist dies Gefllecht, wenn Cook und die Gitarristen drei Nummern ohne Bass und Schlagzeug gestalten, wie es von mitreißender Kraft ist, wenn Ed Schullers Bass und Peter Perfidos Schlagzeug mitmischen.

Thomas Fitterling, 15.08.2002



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