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Introducing Jimmy Cleveland and His All Stars

Jimmy Cleveland

Emarcy/Verve 314 543 752-2
(56 Min., 8/1955, 11/1955) 1 CD

Jimmy Cleveland hat sich vor acht Jahren aus dem Musikgeschäft zurückgezogen; im Mai begeht er seinen 75. Geburtstag. In den fünfziger Jahren dagegen - seiner aus diskografischer Sicht aktivsten Periode - war er "everybody's sideman". Wer seine mutmaßlich einzige Platte unter eigenem Namen hört, den wird seine Beliebtheit kaum verwundern - der Posaunist mit dem samtigen Ton war zweifellos einer der begabtesten Schüler J. J. Johnsons. Kein noch so tollkühnes Tempo trieb ihm den Angstschweiß auf die Stirn, aber auch als sensibler Balladengestalter brauchte er auf seinem Instrument kaum Konkurrenz zu fürchten.
Auf "Introducing ..." nutzte er die seltene Gelegenheit, auch seine kompositorischen Talente unter Beweis zu stellen: Fünf der zehn Nummern schrieb er gemeinsam mit dem damals hyperaktiven Arrangeur Quincy Jones, der in den folgenden Jahrzehnten regelmäßig auf Clevelands Dienste zurückgreifen sollte. Die handverlesenen "All Stars", die so bekannt damals gar nicht waren, es aber nach dem Wunsch der Emarcy-Oberen werden sollten, lesen sich wie ein "Who's Who" der Top-Studiomusiker der Mittfünfziger: Ernie Royal (Trompete), Lucky Thompson und Jerome Richardson (Tenorsax), Cecil Payne (Bariton), Barry Galbraith (Gitarre), Hank Jones, Paul Chambers, Oscar Pettiford, Max Roach ...
Weil alle Beteiligten sich untereinander so gut kannten, gaben sie sich völlig entspannt der dankbar arrangierten Musik hin. Mit so hochklassigen Solisten machen auch wenig ehrgeiziger Mainstream-Jazz Vergnügen, sodass dieser Neuzugang in Verves "Elite Edition" zu begrüßen ist. Zum Glück war die Original-LP schon über fünfzig Minuten lang, denn es gibt gerade einen einsamen Bonustitel.

Mátyás Kiss, 01.03.2001



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