Gioachino Rossini

Kantaten (Folge 2): Le nozze di Teti, Il pianto d'Armonia

Cecilia Bartoli (Mezzosopran), Juan Diego Flórez (Tenor) u. a., Orchester des Teatro alla Scala, Chor des Teatro alla Scala, Riccardo Chailly

Decca 466 328-2
(69 Min., 1997 - 1998) 1 CD

Zitti, zitti, piano, piano, meint man da zu hören - stattdessen ruft der Chor zu Hymens Altar : "Deh venite sull' ara d'Imene". Hat sich doch der schlaue Komponist wieder einmal selbst beklaut. Und das mit gutem Grund: Schließlich ist die Musik dem "Barbier" nicht derart eng angepasst, dass sie nicht auch einer (mythologisch aufgepeppten) Hochzeitskantate gut zu Gesicht stehen würde.
"Le nozze di Teti" schrieb Rossini 1816, also als Vierundzwanzigjähriger; bis vor fünfunddreißig Jahren galt das Stück als verschollen – und wenn es jetzt Riccardo Chailly im Rahmen der Gesamtaufnahme von Rossinis Kantaten einspielte, klingt es quicklebendig. Dass der Text ziemlich pausbäckig die Antike ins 19. Jahrhundert und eine Meernymphe mitsamt einem griechischen Helden in ein herrschaftliches Brautpaar verpflanzte, darf einen dabei nicht stören. Das Orchester der Mailänder Scala huscht (zitti, zitti ...) mit wunderbarer Leichtfüßigkeit einher – eine Qualität, die man dem Chor leider nicht immer attestieren kann.
Unter den Sängern sind mittelmäßige, gute und sehr gute (Cecilia Bartoli und der helle, bewegliche Tenor Juan Diego Flórez). Und zugegeben wird eine Kantate, die Rossini 1808 in seiner frühen Studienzeit in Bologna verfasste. Die allerdings ist ein eher trockener Fall nur für ganz besondere Liebhaber und musikologische Nischen-Bewohner.

Susanne Benda, 14.06.2001



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Wenn man eine Umfrage über die Lieblingsjahreszeiten machen würde, dann würde der Winter dabei vermutlich eher schlecht abschneiden. Zu kalt, zu nass, zu dunkel – so die landläufige Meinung über diesen introvertierten Bruder des sonnensatten Sommers und der farbenfrohen Übergangszeiten. Nur Weihnachten, das bildet ein kleines, gemütliches (wenn auch für viele nicht unstressiges) Glanzlicht in der Winter-Tristesse. Doch der Winter ist weit mehr als nur die dunkle Jahreszeit, das hat […] mehr »


Top