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Today, Tomorrow, Forever

Nancy Wilson

Capitol Jazz/EMI 7 24352 45842 4
(28 Min., 2/1964) 1 CD

Mit 28 Minuten Spielzeit ist diese CD die kürzeste, die mir jemals zur Besprechung vorlag. Beschränkung auf das Wesentliche? Angesichts der im Begleittext eigens angeführten Fülle von Capitol-Alben Nancy Wilsons hätte sich doch bestimmt ein ähnliches zur Ergänzung gefunden - zumal der Jazzanteil dieser durchaus ansprechenden Produktion sich in zwei Saxofonbeiträgen Bill Perkins' sowie einem einsamen Posaunensolo erschöpft.
An "Cannonball Adderley & Nancy Wilson" und "The Swingin' Is Mutual" mit George Shearing (beide von 1961) darf man diese für Nancy Wilsons Karriere viel typischere Platte also nicht messen. Sie selbst hat auch nie behauptet, etwas anderes machen zu wollen als gute Popmusik (mit einer jazznahen Sensibilität allerdings): Vor den Aufnahmen studierte sie immer eingehend die aktuellen Charts, um für ihr Rhythm & Blues-Temperament geeignete Stücke ausfindig zu machen; ihre Stimme machte zur Not auch mittelprächtige Tagesschlager zu einem emotional aufwühlenden Erlebnis.
Die 1963 überraschend verstorbene Dinah Washington hatte sich mit erheblicher Breitenwirkung im selben Fahrwasser bewegt, und Nancy Wilson besaß alles, um in ihre Fußstapfen zu treten: neben Musikalität, Geschmack und Ausstrahlung eine tragende Stimme, gutes Management, einen günstigen Plattenvertrag sowie ihren Mann Kenny Dennis als Schlagzeuger und - wie hier - gelegentlichen Arrangeur. Mit dem Ergebnis, dass die sechziger Jahre für sie so erfolgreich verliefen, dass sie sich seither zunehmend darauf beschränken konnte, nurmehr nach Lust und Laune zu arbeiten. Trotzdem ist ihr Einfluss auf junge Kolleginnen heute größer denn je - ich denke zum Beispiel an die Dänin Cæcilie Norby.

Mátyás Kiss, 07.09.2000



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