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Out There

Eric Dolphy

Prestige/ZYX OJC20 023-2
(34 Min., 8/1960) 1 CD

Ohne die üblichen Harmonieinstrumente kommt Eric Dolphy auf diesem frühen Meisterwerk aus. Das erste Solo des Albums streicht Ron Carter - nicht immer völlig intonationssicher - auf dem Cello, das bislang nur Chico Hamilton auf diese Weise verwendet hatte: In dessen Gruppe war Dolphy erstmals vor ein größeres Publikum getreten. Auf die sprachähnlichen Qualitäten von Dolphys Altspiel, wie sie bereits im Titelstück deutlich werden, griff sein Freund Charles Mingus immer wieder gerne zurück; hier ist er als Gegenstand einer Hommage ("The Baron") und als Komponist von "Eclipse" vertreten.
So neu und individuell Dolphys Beiträge auf Flöte und Bassklarinette auch waren - auf dem Altsaxofon wird seine Stellung in der hochchromatisch, also bis an den Rand der Tonalität weitergedachten Parker-Traditionslinie am deutlichsten. Daher auch der Titel dieses Klassikers: "out" oder "outside" nennt man eine Jazz-Spielart, der schwer zu folgen ist, weil sie die Dur-Moll-Harmonik (oder zumindest die durch das Thema nahegelegten Harmonien) während der Improvisation erweitert oder zeitweilig außer Kraft setzt.
Diese Wiederveröffentlichung, die den Bass von George Duvivier und die Becken von Roy Haynes erstmals glasklar abbildet, macht deutlich, welch großen Sprung nach vorne die Mastering-Technik in den sechs Jahren seit Erscheinen der Gesamtausgabe aller Prestige-Aufnahmen Dolphys vollführt hat.

Mátyás Kiss, 24.01.2002



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