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The Grande Passion

Al Di Meola World Sinfonia

Telarc/In-Akustik 0 89408 34812 9
(60 Min., 2/2000 - 4/2000) 1 CD

"Die große Leidenschaft" - selten war der Titel einer Platte so gut geeignet, potenzielle Hörer auf das einzustimmen, was sie in der nächsten Stunde erwartet. Es ist die Leidenschaft des wuchtigen (Kino-)Melodrams, die Al Di Meola mit seiner zum Teil neubesetzten World Sinfonia hier beschwört. Und auch den Namen seiner Band hat Di Meola nach reiflicher Überlegung gewählt: Ihr Repertoire, das Di Meola zu zwei Dritteln selbst komponierte und arrangierte, bewegt sich gerade hier in der Mitte zwischen durch viel Perkussion suggerierte Weltmusik und sinfonischen Aufschwüngen, die eine Kammerbesetzung der Sinfoniker von Toronto zur Hälfte der Titel beiträgt.
Improvisiert wird zwar reichlich - nicht zuletzt vom als Arrangeur sekundierenden Pianisten Mario Parmisano - doch um Jazz handelt es sich hier nicht, vielmehr um hörenswerte, bisweilen etwas überladene Musik ohne Angst vor großen Gefühlen - wie man sich das von (wenn auch nur geistigen) Mittelmeer- oder Karibik-Anrainern halt vorstellt. Sicher gibt es auch die von Di Meola - solo oder im Trio mit John McLaughlin und Paco De Lucia - längst gewohnten Hochgeschwindigkeitsläufe auf dem Griffbrett, aber sie dienen hier tatsächlich einer emotionalen Aussage, zu welcher der Gitarrist seit seiner tiefgreifenden Begegnung mit der Person und Musik Astor Piazzollas zunehmend findet. Von Piazzolla, diesem Weltmusiker der ersten Stunde, der in Katalogen immer noch fälschlich unter "Jazz" geführt wird, stehen auch auf "The Grande Passion" wieder drei Kompositionen auf dem Programm.

Mátyás Kiss, 02.11.2000



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