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So There

Steve Swallow, Robert Creeley

XtraWATT/ECM 1700494
(50 Min., 8/2001, 8/2005) 1 CD

Jazz mit Lyrik zu verbinden, war in der Beat-Generation und deren Nachfolge in Mode. Der Bassist Steve Swallow fühlte sich schon in den 1960er Jahren herausgefordert, Texte des amerikanischen Poeten Robert Creeley (1926-2005) zu vertonen. Im September 1979 nahm er einige seiner Texte mit einer Band und der Sängerin Sheila Jordan für das Album "Home" auf - damals bereits mit Steve Kuhn am Klavier. 2001 unternahm er einen neuen Anlauf, indem er Creeley bat, die Texte im Studio zu sprechen. Diese Aufnahmen waren die Basis für die 2005 mit Kuhn sowie dem Cikada String Quartet eingespielte Disc. Sie wirken intensiver als das Album "Home", zumal ihnen Creeleys eigene, altmännerhaft brüchige Stimme ein besonderes Flair verleiht. Feinfühlig greift Swallow die Melodie und die Rhythmen von Creeleys Sprache in seinen Kompositionen auf, so dass die kargen Texte und die Musik eine Einheit bilden. Creeleys Kunst ist die Reduktion auf wenige aussage- und assoziationskräftige Wörter. Swallow und Kuhn verstehen es, diese karge Sprache zum Klingen zu bringen. Meist schaffen sie - unterstützt durch das Cikada String Quartet - eine entsprechende Atmosphäre, die sich für Creeleys Sprache öffnet. Sie unterlegen und verstärken die Worte und lassen sie in akustischen Meditationen noch eine Weile nachwirken, bevor sie den nächsten Text vorbereiten. Intim wirkt die Disc, fast schon wie eine private Abschiednahme von dem vier Monate vor dem Aufnahmedatum gestorbenen Poeten.

Werner Stiefele, 22.02.2006



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