Responsive image

Anthem

D.D. Jackson

RCA/Sony BMG 0 90266 36062 8
(60 Min., 8/1999) 1 CD

Zehn Jahre als Jazzkritiker haben mich eines gelehrt: Unter allen Neuerscheinungen gibt es jährlich eine Handvoll wirklich herausragende, die große Masse bewegt sich in einem konsensfähigen Mittelfeld, und nur ganz wenige Produktionen sind so richtig schlecht. Leider gehört D.D. Jacksons zweites Album zur letzten Kategorie. Wie das?
Jacksons fulminantes Debüt, der pianistische Alleingang "... so far" wurde bei uns leider kaum beachtet. Dabei führte er alle Tricks, die Jackson bei seinen verstorbenen Lehrern Jaki Byard und Don Pullen gelernt hatte, auf eine zwar eklektische, doch durch schieren Enthusiasmus entwaffnende Art mit einem tatumesken Ansatz zusammen, bei dem auch klassische Pianisten hätten aufmerken müssen.
Und nun dies! Die erste Gruppenarbeit des Sohnes afro-amerikanischer und chinesischer Eltern fällt an den wenigen Stellen positiv auf, wo sich Christian Howes vor Jerry Goodman (dem Geiger von John McLaughlins Mahavishnu Orchestra) verbeugt. Das Übrige vergällen einem der orientierungslose James Carter, penetrante Clayderman-Harmonien und eine Abmischung, die Jack DeJohnettes wahrhaft unsägliches Klöppeln noch betont. Dieses Machwerk hätte aus Gründen des Personenschutzes nicht veröffentlicht werden dürfen.

Mátyás Kiss, 25.05.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ein paar vorgegebene Noten, aber auch viel frei Improvisiertes – fast wie im Jazz. Beschrieb Nils Mönkemeyer seinen neuen diskografischen Ausflug nach Italien jüngst im Radio. Und ja, wer sich etwa erinnert, was Patricia Kopatchinskaja dem Konzerte wie am Fließband produzierenden Antonio Vivaldi unlängst auf der Geige andichtete – zugeben deutlich radikaler, als Mönkemeyer hier vorgeht – fühlt sich darin bestätigt. Es gibt Spielraum. Nun ist Mönkemeyer Bratscher, begegnet also […] mehr »


Top