home

N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



Responsive image

Ravels Boléro

Jacques Loussier-Trio

Telarc/In-Akustik 83466
(51 Min., 12/1998) 1 CD

Ravel liebte Jazz. Ja, eine unter seiner Leitung entstandene Aufnahme des Werkes beweist sogar, wie wichtig ihm das jazzige Element der Komposition war. Aber den "Boléro" verjazzen?
Der Reiz von Ravels "Boléro" liegt darin, dass zu einer immer gleich bleibenden Trommelfigur eine ebenfalls sich nicht ändernde Melodie immer neu instrumentiert wird. Der Jazz ist aber seinem Wesen nach fast das glatte Gegenteil davon: Jazz will rhythmische Vielfalt, und wo es um Improvisation, sprich die stete spontane Veränderung des Tonmaterials geht, ist eine ewige Wiederholung der Melodie ein Unding.
Versucht man nun, wie Jacques Loussier und sein Trio, das Unmögliche, so ist das Scheitern nicht zu vermeiden. Die Melodie klingt auch auf dem Klavier prächtig, doch sobald improvisiert wird, geht die Essenz des Werks verloren. Zwar versucht Loussier, diesen Missstand wettzumachen, indem er nach den Soli immer wieder zur Melodie zurückkehrt, da aber kein improvisatorischer Einfall ihr Wesentliches hinzuzufügen vermag, kein Solo ihre Faszinationskraft übertrifft, freut man sich mehr über ihre Wiederkehr als über die somit überflüssigen Chorusse.
Ansprechender ist schon Loussiers Jazz-Suite "Nymphéas", die Claude Monets gleichnamigen Gemälden gewidmet ist und einiges impressionistisches Flair mit soliden Improvisationen verbindet.

Marcus A. Woelfle, 16.03.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin.
Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


Abo

Top