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Time Immemorial

Dave Liebman

Enja/Edel Contraire 0 63757 93892 7
(52 Min., 5/1997 - 11/1997) 1 CD

An Dave Liebmans Jazz-Qualifikationen besteht nicht der geringste Zweifel. Und doch ist dies keine Jazzplatte. Die Vorderseite des Covers verrät, wer dafür verantwortlich ist: Liebmans Toningenieur und Coproduzent Walter Quintus, dessen Zusammenarbeit mit Liebman bereits einen Meilenstein hervorbrachte. Bei "The Loneliness Of A Long Distance Runner" (1985, CMP) war es Liebman gelungen, mit nur einem Sopransaxofon die Aufmerksamkeit des Hörers eine Stunde lang an sich zu binden - eine historische Leistung.
Auf "Time Immemorial" nun benutzt Liebman gleich vier Vertreter der Saxofonfamilie, und was er darauf improvisiert, wäre für sich schon interessant genug. Was aber Walter Quintus an klanglichen Verfremdungen und rhythmischen Schleifen aus vorab aufgezeichneten Klängen beisteuert, wächst sich zu einem Duett zwischen Liebman und Quintus, Saxofon und Studio aus. Man könnte es auch elektroakustische Musik nennen.
Doch wozu Etiketten? Es sind Klänge, wie sie vor dem Ende des Jahrhunderts nicht hätten entstehen können. Wenn sie nicht gerade als besonders schräge Filmmusik Verwendung finden, lassen sie sich bei aller Aktualität denkbar schlecht vermarkten. Bugge Wesseltoft, Jon Balke und Konsorten machen in Skandinavien ähnliche Dinge, sorgen aber durch je einen Schuss Esoterik und Techno für sofortige Verdaubarkeit. "Time Immemorial" hingegen bietet eines der letzten Hörabenteuer.

Mátyás Kiss, 18.05.2000



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