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Sarah Vaughan

Sarah Vaughan

Verve/Universal Jazz 543 305-2
(59 Min., 12/1954) 1 CD

Joachim Ernst Berendt kanonisierte Mitte der fünfziger Jahre in "Variationen über Jazz" Sarah Vaughan mit Ella Fitzgerald und Billie Holiday als göttliches Dreigestirn des Jazzgesangs. Auch wenn Sarah Vaughan später gelegentlich fragwürdiges Material interpretiert hat, so musizierte sie doch 1954 im Trio erstklassigen modernen Jazz. Im Dezember jenes Jahres entstand eine Einspielung, die Berendts Huldigung heute wieder bis in den letzten Ton rechtfertigt.
Sarah Vaughan ist hier weniger die Wahnsinns-Stimmakrobatin als phrasierend gestaltende Solistin im Sinne Billie Holidays. Wie einst Lady Day, so hat auch Sarah Vaughan ihr Trio mit exzellenten Mitmusikern erweitert. Der Lester-Young-Schüler Paul Quinichette bläst Saxofon, die Trompetenlegende Clifford Brown steuert berückende Melismen bei, und Herbie Manns Flöte komplettiert ein Ensemble, für das der Count-Basie-Arrangeur Ernie Wilkins ungewöhnlich farbige Charts geschrieben hat. Eher nachdenklich ist das Standard-Programm und hat umso mehr Tiefgang. "Sarah Vaughan", der Klassiker, ist wieder da!

Thomas Fitterling, 04.05.2000



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