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Minsarah

Florian Weber, Jeff Denson, Ziv Ravitz

Enja 9492 2/Soulfood
(55 Min., 3/2006) 1 CD

Das deutsch-amerikanisch-israelische Trio Minsarah zählte fraglos zu den erfreulichen Überraschungen des Berliner JazzFestes 2006. Wie der Pianist Florian Weber, der hervorragende Schlagzeuger Ziv Ravitz und der Kontrabassist Jeff Denson im Konzertsaal der Universität der Künste miteinander kommunizierten und sich die Bälle zuwarfen - das hatte etwas unglaublich Erfrischendes. Von diesem Geist ist auch die zweite Aufnahme des Ensembles geprägt, dessen Mitglieder alle gerade mal 30 Jahre alt sind.
Auch wenn der Pianist Weber deutlich von der europäischen Klassik beeinflusst ist - man hört, dass sich das Trio beim Studium am Bostoner Berklee College getroffen hat. Minsarah klingt im weitesten Sinne amerikanisch. Will heißen: US-Künstler wie Brad Mehldau oder Jason Moran scheinen die wichtigsten Bezugspunkte zu sein. Elegische Melodieführungen bestimmen das Bild genauso wie die Lust an der Dekonstruktion. Besonders deutlich wird das in der furios-verschachtelten Version des Wayne-Shorter-Klassikers "E.S.P." (neben Björks "New World" die einzige Fremdkomposition auf der Platte). Der Stücktitel sagt in diesem Falle alles. "Wir übersetzen ihn als ,übersinnliche Kommunikation’", meint Florian Weber. Dem ist nichts hinzuzufügen. Die Interaktion der drei jungen Musiker ist tatsächlich nicht von dieser Welt.

Josef Engels, 22.12.2006



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