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Friendship

Clark Terry, Max Roach

Columbia/Sony Jazz 510886 2
(46 Min., 3/2002) 1 CD

Schon nach wenigen Sekunden ist der besorgte Hörer beruhigt. Angesichts des fortgeschrittenen Alters der Protagonisten hat er sich vorsorglich auf nachsichtiges Wohlwollen eingestellt. Das kann er getrost zur Seite wischen. Der heute 83-jährige Clark Terry spielt mit makelloser Spannkraft und Power sein leichtfüßig nonchalant tänzelndes Flügelhorn, und der 79-jährige Masterdrummer Max Roach setzt seine hochkomplexen und doch so transparenten Rhythmusstrukturen dagegen. Die sind von leichtem Atem beseelt wie die Linien des Bläsers. Schade, dass die Tontechnik einer falsch verstandenen ECM-Ästhetik huldigt und die knackigen Beats des Schlagzeugs mit Hall und entpersonalisiertem Bassdrum-Sound zu glätten sucht. Doch letztlich kann das der erhabenen Eleganz formvollendeter Trommelkunst nichts anhaben. Im Gegensatz zu all den anderen klassisch gewordenen Duo-Projekten des Schlagzeugers beschränkt sich das Programm hier nicht auf Duo (6)- und Solo (3)-Einspielungen: auf drei der 13 Titel wird aus dem Duo ein Quartett und einmal ein schlagzeugloses Trio. Am Klavier vereinigt dabei Don Friedman die erhabene Hipness Max Roachs mit der Nonchalance Clark Terrys zu geschmacksicherer origineller Pianistik, und der Bassist Marcus McLaurine ist virtuoser Solist wie solider Walker. Hier wie in den Duo- und Solostücken meint keiner jemandem noch etwas beweisen zu müssen. Gelassenheit und Altersweisheit pur - ganz ohne greisenhafte Abstriche spricht aus dieser Musik. Und bei Gott, alle Beteiligten haben fürwahr etwas zu sagen.

Thomas Fitterling, 30.08.2003



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