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Sangam

Charles Lloyd

ECM/Universal 1976 9875183
(75 Min., 5/2004) 1 CD

Der 68-jährige Saxofonist und Flötist Charles Lloyd hat bereits in den frühen sechziger Jahren die emotionale Wucht eines John Coltrane und die anfangs hippieesk geprägte, sich nach Fernost ausrichtende Spiritualitätssuche jener Zeit zusammengebracht. Damit wurde er zum gefeierten Protagonisten eines Flower Power Jazz. Nach Jahrzehnten des Rückzugs von der Szene ist er dann als ein Musiker zurückgekehrt, der intensive lyrische Leuchtkraft aus höchster Konzentration und dem Bewusstsein um die Wirkung der Reduktion zu erzeugen vermag. Kongenialer Partner war ihm dabei der verstorbene Schlagzeuger Billy Higgins. Ihm zu Ehren hat er mit Eric Harland, dem Schlagzeuger seines konventionellen Quartetts und dem legendären indischen Tabla-Virtuosen Zakir Hussain ein Trio gegründet. Dieses Trio gab 2004 ein umjubeltes Konzert in Santa Barbara, das nun auf Sangam nachzuhören ist. Der spirituelle Zusammenfluss, von dem das Hindi-Wort des Titels kündigt und das angesichts der Besetzung nahezu Unglaubliche vollzieht sich darauf tatsächlich. Charles Lloyd beschreibt es selber trefflich so: "Manchmal ist es, als spiele ein ganzes Orchester; tatsächlich bewirkt jeder von uns gleichermaßen die magische Energie, die den Teppich für uns und mit uns zum Fliegen bringt." Es ist faszinierend wie Charles Llyod im Fluss mit den rhythmischen und klangharmonischen Strömen der Perkussionsinstrumente an seine Anfänge anknüpft und sie gleichzeitig zu einer geläuterten Stufe reiner musikalischer Intensität transzendiert.

Thomas Fitterling, 12.05.2006



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