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New School

Mark Helias' Open-Loose

Enja/Edel Contraire ENJ-9413 2
(49 Min., 9/2000) 1 CD

Den Bassisten Mark Helias kennt man als verdienten Sideman von Anthony Braxton oder Ray Anderson - oder von seiner Achtziger-Jahre-Truppe Slickaphonics. Open Loose, der Name seiner aktuellen Band, ist Programm: Ins Offene zu streben und trotzdem an einem gemeinsamen Strang zu ziehen, gelingt am ehesten mit dem kleinsten Bandformat, dem Trio. Frühe Beispiele für eine gelungene Dreier-Interaktion unter Live-Bedingungen lieferten Sonny Rollins ("A Night At The Village Vanguard") und Ornette Coleman ("Town Hall, 1962").
Die Besetzung Saxofon, Bass und Schlagzeug macht den einzigen Bläser bei fehlendem Harmonieinstrument automatisch zur zentralen Figur. Hier ist es der noch weitgehend unbekannte, aber durch fast schon vergessene Avantgarde-Techniken wie das kontrollierte Überblasen faszinierende Tenorist Tony Malaby, der sich in seiner Rolle hörbar wohl fühlt. Die drei - der Schlagzeuger Tom Rainey hat außer mit Helias mit Tim Berne und Fred Hersch gearbeitet - kennen die Stücke aus dem Effeff und können sich völlig frei improvisierte Passagen umso eher leisten.
Endlich einmal wieder eine wirklich spannende Aufnahme voll produktiver Widerhaken! Ich kann Helias nur zustimmen: Solange es solch wagemutige Bands wie Open Loose gibt, kann von einem Ende des Jazz keine Rede sein.

Mátyás Kiss, 30.08.2001



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