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Live In Concert

Herbie Hancock, Pat Metheny, Dave Holland, Jack DeJohnette

Arthaus/Naxos 100 184
(99 Min., 6/1990) 1 DVD

Der Zirkus der Sommerfestivals verlangt Attraktionen. 1990 riss eine All-Star-Formation die Fans tatsächlich von den Sitzen: Ein Quartett, bestehend aus dem Schlagzeuger Jack DeJohnette, dem Keyboarder Herbie Hancock, dem Bassisten Dave Holland und dem Gitarristen Pat Metheny. Die CD "Parallel Realities", an der Dave Holland noch nicht mitgewirkt hatte, gelangte in die Charts. Nachdem Fahrstuhl-Fusion und die kalt-perfekten Produktionen des Labels GRP dem Genre fast schon den Todesstoß versetzt hatten, verkörperte diese Formation den lang ersehnten Lichtblick. Eine zweite reguläre CD folgte nicht nach, wohl aber ein von den Künstlern nicht autorisiertes Doppelalbum mit dem Konzertmitschnitt vom 23. Juni 1990, der beim Mellon Jazz Festival an der Academy of Music in Philadelphia aufgezeichnet wurde: ein Höhepunkt.
Noch beeindruckender ist jetzt die DVD. Die Kameraleute der New Yorker Rebo Studios fingen das Konzert mit langsamen, unaufdringlichen Bewegungen ein und folgen den musikalischen Abläufen, indem sie die Solisten groß ins Bild rücken. Dabei wahren sie angenehme Distanz zu den Musikern und rücken nur dann in Großaufnahmen nahe, wenn es tatsächlich etwas Aussagekräftiges zu sehen gibt. In den zehn Titeln wechselt Pat Metheny häufig die Instrumente; dadurch ist er sowohl mit halbakustischem Klang als auch mit den verrücktesten Samplesounds zu hören. Dave Holland offenbart zwischendurch, dass er nicht nur - wie bekannt - ein exzellenter Kontrabassist ist, sondern ähnlich souverän auch Elektrobass spielt.
Konzert- und CD-Repertoire überschneiden sich nur im Titel "Indigo Dreamscapes". Live griff das Quartett auf Miles Davis' "Solar" sowie eine melodienreiche Version von Ornette Colemans "The Good Life" zurück. Wechsel von Tempo und Klangfarben verleihen dem Programm bis zum abschließenden "Cantaloupe Island" Spannung.

Werner Stiefele, 07.06.2001



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