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His Golden Men Of Jazz

Lionel Hampton

TDK/Naxos DV-JLHGMJ
(116 Min., 1993) 1 DVD

Bei allem Respekt vor dem Lebenswerk des großen Pioniers des Vibrafons muss man doch vorab sagen dürfen, dass diese DVD (live aufgenommen beim Münchner Klaviersommer 1993) als reine Audio-CD wohl wenig Chancen hätte. Zu auffällig wären dann die Altersschwächen - übrigens nicht nur des Leaders. Doch als Video-Dokument hat diese Produktion ihre Berechtigung. Damals war Lionel Hampton noch mit Würde er selber, ist nicht etwa wie in seinen letzten Jahren die in den Rollstuhl gefesselte Karikatur seiner selbst, die mit einem Schlägel kaum noch den Ton trifft. Nein, hier zeigt er, welche Macht der unumwundene Swing hat, der ihm, der außerhalb der Bühne kaum noch alleine gehen kann, die Kraft dazu verleiht, der Hexenmeister am Vibrafon und am Schlagzeug zu sein, der die Philharmonie zum Kochen bringt. Dabei beschränkt er sich weise auf seine Licks, denen er durch sparsame Ausdünnung ungewohnte Originalität verleiht. Seinen Golden Men gibt er weiten Raum. Von seinem Pianisten Junior Mance wird er hervorragend bedient, und auch seine prominenten Bläser profitieren von diesem geschmacksicheren Anker in einer sonst typisch kruden Hampton-Rhythmusgruppe. Clark Terry am Flügelhorn, Harry "Sweets" Edison an der Trompete, der einstige Messengers-Star Benny Golson am Tenorsaxofon und Musical Director Al Grey an der Posaune liefern durchwegs hörenswerte Beiträge, auch wenn man beckmessern könnte, sie andernorts schon beeindruckender vernommen zu haben. Darum geht es hier aber nicht, dies ist eine ruhige und intelligent gefilmte Dokumentation über die Kraft des Swing. Das Konzert ist in voller Länge zu sehen, und die Produktion verzichtet auf irgendwelche Schnickschnack-Zusatz-Tracks. Warum aber nur ist nirgendwo das genaue Aufnahmedatum auszumachen?

Thomas Fitterling, 16.08.2003



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