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Midnight Soul

Olaf Kübler

Village/Zyx 1016-2
(59 Min., 2/2003) 1 CD

Jazz kann Spaß machen. So einfach ist die Botschaft von Olaf Küblers CD "Midnight Soul". Kübler, der einst in der Bigband von Kurt Edelhagen das disziplinierte Orchesterhandwerk gelernt und sich als Produzent der deutschen Free-Rock-Band Amon Düül II ausgetobt hatte, der mit Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen tourte und Fernsehmusiken spielte, verzichtet unter eigenem Namen auf allen Schnickschnack und bläst - mit rauhem Hintergrund - beseelte Melodien. Dabei steht er in der Tradition des amerikanischen Souljazz und Mainstream: Auch hier ging es nicht um Geschwindigkeitsrekorde und virtuose Experimente. Olaf Kübler macht einfach das, was nur wenige können: Er unterhält sein Publikum, indem er in sechs Eigenkompositionen, je einem Stück von Spendel und Nendza sowie vier weiteren Titeln mit seinen Tönen kleine Geschichten von Erwartungen, Sehnsüchten, Überraschungen und Enttäuschungen erzählt. Christoph Spendel, sonst eher ein üppig in die Tasten greifender Pianist, wird an seiner Seite zum zurückhaltenden Begleiter, und André Nendza und Joe Bonica an Bass und Schlagzeug sind dies ohnehin. Seien es kernige Shuffles, swingende Balladen oder geradliniger Mainstream: Jeder der zwölf Titel nimmt den Hörer in eine Welt mit, in der es nichts außer der großen Freude am Musizieren gibt. Olaf Kübler, einer der erfahrensten deutschen Saxofonisten und seine Begleiter lassen die Töne einfach dahin fließen. Das zu hören, macht Spaß.

Werner Stiefele, 18.10.2003



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