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N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



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Maurice Ravel

Gaspard de la nuit, Sonatine, Le tombeau de Couperin

Cécile Licad

Musicmasters/In-Akustik 67172-2
(62 Min., 1998) 1 CD

Nach der so spektakulären, leidenschaftlich aufbrausenden und geradezu raubtierhaft wilden Interpretation der Chopin-Etüden (op. 10) vor drei Jahren habe ich mir von Cécile Licad auch bei Ravel Aufregendes erwartet. Statt dessen überrascht uns die in New York lebende Pianistin aus Manila in den drei wichtigsten Solowerken Ravels mit einer erstaunlich zurückhaltenden, ganz auf Klangschönheit ausgerichteten, lyrisch-schwelgerischen Interpretation.
Gerade die großen stilistischen Unterschiede zwischen der rhythmisch prägnanten, strengen Couperin-Suite, der eleganten Sonatine und der dämonisch bizarren “Gaspard”-Fantasie künden vom musikalischen Horizont und der Kunstfertigkeit Ravels: Cécile Licad aber versucht, das unvereinbare Werktrio auf einen Nenner zu bringen, es in die sanfte, einlullende Kindertraumwelt der Suite “Ma Mère l’Oye” einzuhüllen, als wäre Ravel nur ein perfekter, impressionistischer Debussy-Epigone und nicht sein Antipode - also der ausgefuchste “Konstrukteur” hinter der Maske des Zauberers.
Licads Ravel ist zu sehr vom Gefühl, von ihrem untrüglichen musikalischen Gespür für Form, Farbe und natürliche Phrasierung bestimmt und gerät dadurch entschieden zu rhapsodisch-wogend, klangschön, und idyllisch. Von der Dämonie, den Täuschungen des “Schweizer Uhrmachers” Ravel, dem mechanischen Innenleben seiner künstlichen Vögel, erfahren wir zu wenig.

Attila Csampai, 30.06.1998



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