Bereits in der Ouvertüre klingt Froschgequake an. Die Titelfigur - die eitle und zugleich hässliche Sumpfnymphe Platée, eine Tenorpartie! - wird zum Spielball der Götter auserkoren: der (ver)wandlungsfähige Jupiter soll ihr den Hof und seine zu Recht eifersüchtige Gattin Juno zum Zeugen einer Fun-Hochzeit mit Platée machen. Zur Entstehungszeit der Musikkomödie, Mitte des 18. Jahrhunderts, war es durchaus ungewöhnlich zu zeigen, dass es auch im Hause Olymp “menschelt”.
Rameau vertonte den Stoff mit spritzigen, oft Tiere nachahmender und bisweilen parodistischer Musik - welch Kontrast zu Rameaus früheren Opern!
Regisseur Laurent Pelly, auch verantwortlich für die farbenfrohen Kostüme, ließ sich zu einem köstlichen Bühnenspektakel anregen. Da gibt es die dümmlich-naiven Grimassen von Platée (glänzend Paul Agnew!) zu sehen, einen verwirrten, nur mit Unterhose bekleideten Amor, eine hysterische Folie und den Chor, der sich bei den Tanzsätzen unkonventionell auf der Bühne bewegt. Man kann sich nicht satt sehen an den Überraschungen und am Zuschauerraum- und Froschteich-Bühnenbild. Die Bildregie von Don Kent hilft beim Verständnis mit vielen Großaufnahmen.
Minkowski und seine Musiciens du Louvre musizieren mit sichtlicher Freude, leicht, federnd, mit vielfältigen Farbschattierungen und Klangimitationen und gut abgestimmt mit den Sänger/Darstellersolisten.

Peter Overbeck, 27.03.2004



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